Nyxie

Jack Stanton

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Manchmal mag man Musik so sehr, dass es anfängt seltsam zu sein. Vorletzten Freitag landete ich bei Mineshaft, ein Event das alles hatte was man sich so erhoffen kann: Kunstkram, eine ungewöhnliche und schöne Location, kostenlosen Booze und Musik. Während die Installationen und Perfomances gut waren, war das Musik Line Up ziemlich geil, ich war schon vor dem Abend von 31Ø8 begeistert, hört euch mal Go to Hell an, aber dann kam Jack Stanton mit Gang auf die Holzpaletten und oh du meine Güte.

Seine Stimme macht mich ein bisschen verrückt und ich habe eben etwas übrig für diese 80er Schiene. Die Lyrics sind bissig dunkel bis bittersüß und ich schwanke zwischen dem Versuch, die Lieder totzuhören und sie nur ganz selten anzuhören damit sie bloss nicht ihre Magie für mich verlieren.

Dies, mit Fechthosen und Tron:Legacy Anleihen und das, mit Hintergrundinformationen und Gesicht zur Stimme ist auch sehr empfehlenswert.

Upside Down Mountain

Manch einer erinnert sich vielleicht noch hieran oder daran, damals™ als ich noch halbwegs oft bloggte und jetzt mache ich noch viel mehr Quatsch in diese Richtung! Vollzeit! Am Montag hatte ich mein erstes Assessment aus welchem ich mit der Bestnote herauslief, was aber kein bisschen in die Endnote hereinzählen wird. Jedenfalls liebe ich meinen Kurs, er ist ziemlich intensiv und Abends bin ich oft so erschöpft dass ich zwischen lachen und weinen schwanke.

Wir haben tolle Tutoren und gut ausgestattete Workshops (spot welding Leute, spot welding!) in denen ich für Tage verschwinden kann und der Kings Cross Campus is sowieso ein bisschen magisch. Ein Hund hat das ja vor kurzem bestätigt.

Die Schale entwarf ich während des Projekts  Structure and Surfaces und Hauptinspiration war Conor Obersts Lonely at the Top vom Album Upside Down Mountain, generell der Struktur von Bergen und meiner Vorliebe für kontrastreiches Design. Ist alles ein bisschen kitschig und persönlich weshalb ich das Konzept jetzt auch nicht genauer erläutere.

Für das Model habe ich aus einem Klumpen Ton einen “Berg” geformt und dann in den Vakuumformer gesteckt. Falls ihr bei dem Wort “Vakuumformer” nicht total aus dem Häuschen geraten seid, dann sollte man sich das hier anschauen. Die Möglichkeiten! Zwei Vakuumformen und mittelgroße Probleme, den Ton herauszubekommen später hatte ich alles was ich brauchte um eine Gipsform zu gießen. In Wirklichkeit sollte meine Schale natürlich nicht aus Gips sein, sondern Beton aber da ich unter Zeitdruck stand musste es eben die langweilige Variante sein.

Während der Gips trocknete bog und schweißte ich den Ständer zusammen, wie man auf  einem Bild sehen kann erst einmal in einem etwas anderen Design als dann im Endeffekt. Am Ende musste ich dann nur noch den Rand glätten und die Länge der Beine an die unregelmäßige Form der Schale anpassen.

Ich werde jetzt nicht auf die 150 Details eingehen die ich falsch gemacht habe denn a) is das hier nicht mein reflective journal und b) sagte man mir dass ich aufhören soll so perfektionistisch zu sein. (Was natürlich Quatsch ist, wenn es besser geht sollte man es besser machen, ugh.)

Aber Produkt Design, yeah!

Dockville 2014

Hier, dings, Dockville war mal wieder. Weil ich aktuell sowieso für den Sommer in Deutschland herumhänge habe ich für ein paar Tage meine liebste Hansestadt besucht und mich zum dritten Mal auf das Festival mit der schönen Kulisse bewegt.

Ich sah Breton, Jake Bugg, Die Antwoord, Kakkmaddafakka, Chet Faker, Ry X, S O H N, Black Lips, Glass Animals und noch andere die ich jetzt vergesse aber vor allem Ólafur Arnalds. Sonntagabend, es regnete und die Musik der anderen Bühnen sickerte beständig zum Vorschot aber es war trotzdem ganz fantastisch. Sehr anders was man üblicherweise so auf Festivals hört und Ólafur ist sehr, sehr sympathisch.

Die fabelhafte Flauschmütze, welche mir 2011 ein Default-Profilbild verschaffte war auch dabei und auch sonst war meine Festivalmode sehr modeblogtauglich, siehe spaciger Müllsack auf dem vorletzten Bild. So mag ich das.

Febueder

Über die fantastische lueesy.de playlist von Luise lernte ich Febueder kennen und weil London eben London ist spielten die drei Ascot Jungs letzten Donnerstag dann gleich mal hier im Old Blue Last. Das war sehr nett, etwas kurz und leicht befremdlich. Die 18-Jährigen sehen dann doch noch etwas grün hinter den Ohren aus und machen dann so schöne, coole Musik die nach dunklerem Alt-J klingt.

Wie man den Namen endgültig ausspricht habe ich auf dem Gig allerdings nicht herausfinden können. “Bermuda with and F. As in Bermuda Triangle. Febueder.” sagt die Facebookseite. Ehhh Febuda?

Portfolio

Ich wollte das eigentlich schon viel früher posten, jedoch war meine Zusage noch abhängig von meinen Schulnoten und ich nicht 100% sicher, ob diese ausreichen würden. Heute habe ich ein endgültiges “Ja” von meinem Admin bekommen und auch gleich mal die Reservierungsgebühr für mein Zimmer in den Student Halls überwiesen. Studieren in London, jep das passiert wohl wirklich.

Die Zusage habe ich jedenfalls immer noch nicht richtig verdaut, ich habe das Gefühl dass irgendjemand irgendwo falsch geklickt hat und ich aus Versehen eine Zusage statt einer Absage bekommen habe.

Aber erst einmal von vorne. Im Januar bewarb ich mich für den Foundation Kurs in Art & Design am Central Saint Martins. Weil ich in London wohne, erwartete ich zu einer Portfoliobesichtigung eingeladen zu werden, sofern der erste Teil meiner Bewerbung überzeugend sein sollte. War aber nicht so, weshalb ich vergebens wartete, beziehungsweise verdrängte. Ich arbeite nicht gut (sprich: gar nicht) ohne Deadline und als ich dann doch eine Mail von der Administration bekam, wo denn eigentlich mein Portfolio bleibe und dass ich noch bis Freitag Zeit habe war demnach erst einmal leichte Panik angesagt. Leute, die ihr Portfolio nicht vorbeibringen können, weil sie beispielsweise in einem anderen Land wohnen, sollten nämlich alle ihre Mappe digital einreichen, unabhängig davon, ob der Noten- und Bewerbungsschreibenteil überzeugend war. In diese Kategorie fiel ich anscheinend auch und weil ich mich davor drückte, einfach mal nachzufragen hatte ich fünf Tage Zeit um ein Portfolio zusammenzuwerfen. Hervorragend, da haben meine Verdrängungsskills wieder einmal gute Arbeit geleistet. Zeitdruck hatte ich damit jedenfalls en masse und irgendwie bekam ich es tatsächlich hin Freitag morgens die Mail der Mails abzusenden. Darin ausschließlich Arbeiten, die größtenteils bereits auf diesem Blog gepostet wurden und nicht mit einer Unibewerbung im Kopf gemacht worden sind. Außerdem gerade einmal zwölf Seiten, inklusive Coverblatt.

Tja und irgendwie kam dann doch eine Zusage dabei heraus. Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung habe aber definitiv auch etwas Angst. Berichten zufolge ist es ein sehr intensiver und harter Kurs und ich habe das Gefühl, dass meine Art zu Arbeiten momentan noch in eine ziemlich falsche Richtung geht. Viel viel nachdenken und dann am Ende genau einen Versuch unternehmen anstatt erst einmal Zeit in Ideenfindung und ausprobieren stecken.

Das Portfolio ist auch auf Flickr und da macht es definitiv mehr Spaß es sich anzusehen.

Arctic Monkeys

Ich bin nicht unbedingt ein Fan von großen Konzerten, möchte das Geschehen lieber mit meinen eigenen Augen sehen, als über Bildschirme. Und generell sind Menschenmassen eigentlich nicht mein Ding und eher einschüchternd. Dennoch gab es kein Zögern, als ich spontan die Möglichkeit bekam doch noch an ein Ticket für das ausverkaufte Arctic Monkeys Konzert im Finsbury Park zu kommen. Ein Park, Royal Blood, Miles Kane, Tame Impala, die Arctic Monkeys und 35000 Menschen, Jesus.

Miles Kane sah ich bereits im Winter live, aber neben den Monkeys freute ich mich hauptsächlich auf Tame Impala. Die Australier waren dann auch wahnsinnig gut, kamen jedoch leider nicht so super beim Publikum an. Die Sonne schien, die Visuals auf den zwei großen Bildschirmen neben der Bühne waren klasse und passend aber angemessene Stimmung kam lediglich bei Elephant auf – etwas enttäuschend.

Die Arctic Monkeys hingegen hatten die Meute natürlich vollständig im Griff, aber wie soll man Alex Turner auch schon widerstehen. Super smug, super cool und super gut. Das Konzert war von vorne bis hinten fantastisch, vielleicht das ein oder andere ruhigere Lied zu viel und dennoch kein Riot Van, was ich mir sehr gerne gewünscht hätte. Auch schön war das Publikum, das teilweise ziemlich einen an der Klatsche hatte und immer positiv und begeistert war.

Gerade im letzten Jahr war ich auf wirklich vielen Konzerten, aber dass ich noch einige Tage später ganz aufgeregt werde beim Gedanken zurück kommt nicht so oft vor. Verdammt guter Abend also und entschuldigt bitte diesen fiesen Videoausschnitt von Fluoroscent Adolescence, der natürlich den besten Teil des Songs auslässt. (Hier steckt jetzt irgendwo ein toller Satz darüber, dass the best you ever had eben nur a memory ist aber das lasse ich jetzt mal lieber unformuliert.) Sarra kann das alles bisschen besser, weshalb ich jetzt zum Mitschnitt von A Certain Romance immer wieder Gänsehaut bekommen kann.

Barbican

Das Barbican ist ein riesiger Wohn-Kunst-Dings-Komplex und in seiner Größe nicht nur einschüchternd sondern dank interessanter Architektur auch noch ganz schon verwirrend. Mir persönlich ist der Kollos dennoch schnell ans Herz gewachsen, was mit meinem Besuch der Installation Momentum began. Am Samstag nahm ich dann an einer Führung teil, die sich um die Architektur drehte. War sehr spannend und kurzweilig, kann ich jedem empfehlen der sich ein bisschen für Brutalismus oder große Konzeptbauten interessiert.

Loom

Dem Fear of Men Gig vor drei Monaten verdanke ich eine recht nette Anekdote, die ich immer wieder aus dem Hut zaubern kann wenn mal wieder ein Tubestrike angekündigt wird, also gefühlt jeden zweiten Monat. Die Kurzversion geht in etwa so: Kein Bus, der nicht wegen Überfüllung einfach nicht am Busstops anhält, Regen, kalt, über sieben Kilometer einfach nach Hause rennen, in Alltagskleidung, yay!

Das Konzert war das jedenfalls wert, Fear of Men entdeckte ich vor zwei Jahren und ich stehe sehr auf diesen verträumten, ruhigen Klang. Vor ein paar Wochen kam das neue Album Loom heraus, was ganz fantastisch ist aber ganz schön kurz. Keine Ausreden also es sich nicht ganz anzuhören.

Dieser Post wurde von der Initiative für mehr Bloggen aus dem Bauch heraus auch wenn es dann nicht super relevant ist und mir doch egal deal with it präsentiert.

Paris

(Die geile Eiffelturm-Pose habe ich mir in der National Portrait Gallery von irgendeinem britischen Royal abgeschaut. Wenn schon, denn schon.)

Ich war noch nie in Paris und als mir eine Freundin anbot mit ihr mitzukommen, gab es keinen Grund wieso nicht.  Außer vielleicht der finanzielle Aspekt, aber wenn der Bus nur £45 kostet und die Übernachtung bei Freunden nichts, dann bleibt das tatsächlich recht überschaubar – im Endeffekt kostete mich das Wochenende in Paris keine £100.

Lange Busfahrten war ich nach der Schottlandrundreise vorletztes Jahr schon ganz gut gewohnt und Busse mit Wifi und Steckdosen sind tatsächlich ganz erträglich. Selbst wenn man nachts fährt und trotzdem keine Sekunde Schlaf schafft.

Paris ist lustigerweise  ziemlich so, wie man sich das vorstellt oder eben wie ich mir das vorstellte. An jeder Ecke eine Brasserie oder Boulangerie, die wunderschönen Häuser und die Sehenswürdigkeiten eben so, wie man sie schon hundert Mal in irgendwelchen Medien sah. Es ist seltsam, tatsächlich in einer dieser Städte zu sein, die man vorher schon so gut “kennt”, als wäre es gar nicht real.

Wir kamen gegen acht Uhr morgens in Paris an und ohne Schlaf arbeiteten wir den Großteil der Sehenswürdigkeiten ab. Sacré Cœur, Moulin Rouge, dieses Café in dem Amélie gedreht wurde. Wir spazierten die Champs-Élysées entlang, rannten den Arc de Triomphe hoch, sahen den Eiffelturm. Generell kann man sagen, dass Wege in Paris gefühlt zu 70% aus Treppen bestehen. Egal was man macht, Treppen sind bestimmt involviert. Ist aber okay, schließlich muss der fantastische Käse, das Baguette, die Chausson aux Pommes und Pains au Chocolat irgendwie abtrainiert werden.

Auf Empfehlungen hin ging es am nächsten Tag ins jüdische Marais, das mir noch besser gefiel, als die Viertel in denen ich zuvor war. Kleine Sträßchen, sehr viele unabhängige Geschäfte und gute Falafel. L’As Du Fallafel hatte leider zu (gibt auch bessere Ideen, als Samstags in ein jüdisches Viertel zu gehen), aber Mi-Va-Mi direkt gegenüber war eine ziemlich gute Alternative. Mit drei Kilo Knoblauchsoße und hausgemachter Zitronenlimo dazu kann man durchaus mein Herz gewinnen. Der Antiquitätenmarkt fand Samstags auch nicht statt, dafür der Marché des Enfants Rouges. Gedrängt auf dichtesten Raum findet man dort internationale Essens-Stände, dazwischen viele Tischchen um direkt im bunten Treiben Essen zu können.

Sonntag morgens ging mein Bus auch schon wieder zurück und ich muss sagen super traurig war ich darüber nicht einmal. Paris ist wirklich cool und wenn ich mich mal getraut habe mein Schul-Französisch auszupacken hatte ich auch richtig Spaß an der Sprache. Nachdem ich in London gut fünf Monate nur selten gutes Brot oder anderen Käse als Cheddar zu sehen bekam, war Paris zwar natürlich ein kleines Paradies, aber für mich schlägt die Stadt an der Themse die Stadt an der Seine einfach um Längen.