Nyxie

Febueder

Über die fantastische lueesy.de playlist von Luise lernte ich Febueder kennen und weil London eben London ist spielten die drei Ascot Jungs letzten Donnerstag dann gleich mal hier im Old Blue Last. Das war sehr nett, etwas kurz und leicht befremdlich. Die 18-Jährigen sehen dann doch noch etwas grün hinter den Ohren aus und machen dann so schöne, coole Musik die nach dunklerem Alt-J klingt.

Wie man den Namen endgültig ausspricht habe ich auf dem Gig allerdings nicht herausfinden können. “Bermuda with and F. As in Bermuda Triangle. Febueder.” sagt die Facebookseite. Ehhh Febuda?

Portfolio

Ich wollte das eigentlich schon viel früher posten, jedoch war meine Zusage noch abhängig von meinen Schulnoten und ich nicht 100% sicher, ob diese ausreichen würden. Heute habe ich ein endgültiges “Ja” von meinem Admin bekommen und auch gleich mal die Reservierungsgebühr für mein Zimmer in den Student Halls überwiesen. Studieren in London, jep das passiert wohl wirklich.

Die Zusage habe ich jedenfalls immer noch nicht richtig verdaut, ich habe das Gefühl dass irgendjemand irgendwo falsch geklickt hat und ich aus Versehen eine Zusage statt einer Absage bekommen habe.

Aber erst einmal von vorne. Im Januar bewarb ich mich für den Foundation Kurs in Art & Design am Central Saint Martins. Weil ich in London wohne, erwartete ich zu einer Portfoliobesichtigung eingeladen zu werden, sofern der erste Teil meiner Bewerbung überzeugend sein sollte. War aber nicht so, weshalb ich vergebens wartete, beziehungsweise verdrängte. Ich arbeite nicht gut (sprich: gar nicht) ohne Deadline und als ich dann doch eine Mail von der Administration bekam, wo denn eigentlich mein Portfolio bleibe und dass ich noch bis Freitag Zeit habe war demnach erst einmal leichte Panik angesagt. Leute, die ihr Portfolio nicht vorbeibringen können, weil sie beispielsweise in einem anderen Land wohnen, sollten nämlich alle ihre Mappe digital einreichen, unabhängig davon, ob der Noten- und Bewerbungsschreibenteil überzeugend war. In diese Kategorie fiel ich anscheinend auch und weil ich mich davor drückte, einfach mal nachzufragen hatte ich fünf Tage Zeit um ein Portfolio zusammenzuwerfen. Hervorragend, da haben meine Verdrängungsskills wieder einmal gute Arbeit geleistet. Zeitdruck hatte ich damit jedenfalls en masse und irgendwie bekam ich es tatsächlich hin Freitag morgens die Mail der Mails abzusenden. Darin ausschließlich Arbeiten, die größtenteils bereits auf diesem Blog gepostet wurden und nicht mit einer Unibewerbung im Kopf gemacht worden sind. Außerdem gerade einmal zwölf Seiten, inklusive Coverblatt.

Tja und irgendwie kam dann doch eine Zusage dabei heraus. Ich freue mich sehr auf diese Herausforderung habe aber definitiv auch etwas Angst. Berichten zufolge ist es ein sehr intensiver und harter Kurs und ich habe das Gefühl, dass meine Art zu Arbeiten momentan noch in eine ziemlich falsche Richtung geht. Viel viel nachdenken und dann am Ende genau einen Versuch unternehmen anstatt erst einmal Zeit in Ideenfindung und ausprobieren stecken.

Das Portfolio ist auch auf Flickr und da macht es definitiv mehr Spaß es sich anzusehen.

Arctic Monkeys

Ich bin nicht unbedingt ein Fan von großen Konzerten, möchte das Geschehen lieber mit meinen eigenen Augen sehen, als über Bildschirme. Und generell sind Menschenmassen eigentlich nicht mein Ding und eher einschüchternd. Dennoch gab es kein Zögern, als ich spontan die Möglichkeit bekam doch noch an ein Ticket für das ausverkaufte Arctic Monkeys Konzert im Finsbury Park zu kommen. Ein Park, Royal Blood, Miles Kane, Tame Impala, die Arctic Monkeys und 35000 Menschen, Jesus.

Miles Kane sah ich bereits im Winter live, aber neben den Monkeys freute ich mich hauptsächlich auf Tame Impala. Die Australier waren dann auch wahnsinnig gut, kamen jedoch leider nicht so super beim Publikum an. Die Sonne schien, die Visuals auf den zwei großen Bildschirmen neben der Bühne waren klasse und passend aber angemessene Stimmung kam lediglich bei Elephant auf – etwas enttäuschend.

Die Arctic Monkeys hingegen hatten die Meute natürlich vollständig im Griff, aber wie soll man Alex Turner auch schon widerstehen. Super smug, super cool und super gut. Das Konzert war von vorne bis hinten fantastisch, vielleicht das ein oder andere ruhigere Lied zu viel und dennoch kein Riot Van, was ich mir sehr gerne gewünscht hätte. Auch schön war das Publikum, das teilweise ziemlich einen an der Klatsche hatte und immer positiv und begeistert war.

Gerade im letzten Jahr war ich auf wirklich vielen Konzerten, aber dass ich noch einige Tage später ganz aufgeregt werde beim Gedanken zurück kommt nicht so oft vor. Verdammt guter Abend also und entschuldigt bitte diesen fiesen Videoausschnitt von Fluoroscent Adolescence, der natürlich den besten Teil des Songs auslässt. (Hier steckt jetzt irgendwo ein toller Satz darüber, dass the best you ever had eben nur a memory ist aber das lasse ich jetzt mal lieber unformuliert.) Sarra kann das alles bisschen besser, weshalb ich jetzt zum Mitschnitt von A Certain Romance immer wieder Gänsehaut bekommen kann.

Barbican

Das Barbican ist ein riesiger Wohn-Kunst-Dings-Komplex und in seiner Größe nicht nur einschüchternd sondern dank interessanter Architektur auch noch ganz schon verwirrend. Mir persönlich ist der Kollos dennoch schnell ans Herz gewachsen, was mit meinem Besuch der Installation Momentum began. Am Samstag nahm ich dann an einer Führung teil, die sich um die Architektur drehte. War sehr spannend und kurzweilig, kann ich jedem empfehlen der sich ein bisschen für Brutalismus oder große Konzeptbauten interessiert.

Loom

Dem Fear of Men Gig vor drei Monaten verdanke ich eine recht nette Anekdote, die ich immer wieder aus dem Hut zaubern kann wenn mal wieder ein Tubestrike angekündigt wird, also gefühlt jeden zweiten Monat. Die Kurzversion geht in etwa so: Kein Bus, der nicht wegen Überfüllung einfach nicht am Busstops anhält, Regen, kalt, über sieben Kilometer einfach nach Hause rennen, in Alltagskleidung, yay!

Das Konzert war das jedenfalls wert, Fear of Men entdeckte ich vor zwei Jahren und ich stehe sehr auf diesen verträumten, ruhigen Klang. Vor ein paar Wochen kam das neue Album Loom heraus, was ganz fantastisch ist aber ganz schön kurz. Keine Ausreden also es sich nicht ganz anzuhören.

Dieser Post wurde von der Initiative für mehr Bloggen aus dem Bauch heraus auch wenn es dann nicht super relevant ist und mir doch egal deal with it präsentiert.

Paris

(Die geile Eiffelturm-Pose habe ich mir in der National Portrait Gallery von irgendeinem britischen Royal abgeschaut. Wenn schon, denn schon.)

Ich war noch nie in Paris und als mir eine Freundin anbot mit ihr mitzukommen, gab es keinen Grund wieso nicht.  Außer vielleicht der finanzielle Aspekt, aber wenn der Bus nur £45 kostet und die Übernachtung bei Freunden nichts, dann bleibt das tatsächlich recht überschaubar – im Endeffekt kostete mich das Wochenende in Paris keine £100.

Lange Busfahrten war ich nach der Schottlandrundreise vorletztes Jahr schon ganz gut gewohnt und Busse mit Wifi und Steckdosen sind tatsächlich ganz erträglich. Selbst wenn man nachts fährt und trotzdem keine Sekunde Schlaf schafft.

Paris ist lustigerweise  ziemlich so, wie man sich das vorstellt oder eben wie ich mir das vorstellte. An jeder Ecke eine Brasserie oder Boulangerie, die wunderschönen Häuser und die Sehenswürdigkeiten eben so, wie man sie schon hundert Mal in irgendwelchen Medien sah. Es ist seltsam, tatsächlich in einer dieser Städte zu sein, die man vorher schon so gut “kennt”, als wäre es gar nicht real.

Wir kamen gegen acht Uhr morgens in Paris an und ohne Schlaf arbeiteten wir den Großteil der Sehenswürdigkeiten ab. Sacré Cœur, Moulin Rouge, dieses Café in dem Amélie gedreht wurde. Wir spazierten die Champs-Élysées entlang, rannten den Arc de Triomphe hoch, sahen den Eiffelturm. Generell kann man sagen, dass Wege in Paris gefühlt zu 70% aus Treppen bestehen. Egal was man macht, Treppen sind bestimmt involviert. Ist aber okay, schließlich muss der fantastische Käse, das Baguette, die Chausson aux Pommes und Pains au Chocolat irgendwie abtrainiert werden.

Auf Empfehlungen hin ging es am nächsten Tag ins jüdische Marais, das mir noch besser gefiel, als die Viertel in denen ich zuvor war. Kleine Sträßchen, sehr viele unabhängige Geschäfte und gute Falafel. L’As Du Fallafel hatte leider zu (gibt auch bessere Ideen, als Samstags in ein jüdisches Viertel zu gehen), aber Mi-Va-Mi direkt gegenüber war eine ziemlich gute Alternative. Mit drei Kilo Knoblauchsoße und hausgemachter Zitronenlimo dazu kann man durchaus mein Herz gewinnen. Der Antiquitätenmarkt fand Samstags auch nicht statt, dafür der Marché des Enfants Rouges. Gedrängt auf dichtesten Raum findet man dort internationale Essens-Stände, dazwischen viele Tischchen um direkt im bunten Treiben Essen zu können.

Sonntag morgens ging mein Bus auch schon wieder zurück und ich muss sagen super traurig war ich darüber nicht einmal. Paris ist wirklich cool und wenn ich mich mal getraut habe mein Schul-Französisch auszupacken hatte ich auch richtig Spaß an der Sprache. Nachdem ich in London gut fünf Monate nur selten gutes Brot oder anderen Käse als Cheddar zu sehen bekam, war Paris zwar natürlich ein kleines Paradies, aber für mich schlägt die Stadt an der Themse die Stadt an der Seine einfach um Längen.

Heimweg

Während ich nun im Bus von London nach Paris sitze, kann ich endlich mal den letzten Post zu Skandinavien tippen. Jetset-Leben hier! (Richtig glamourös, so eine fast 10-stündige Busfahrt.) Es ist nun schon ein halbes Jahr her, dass wir losfuhren, in einem auf Johann getauften Auto das für die drei, vier Wochen unser zweites Zuhause wurde. Es war eine absolut fantastische Reise, die das Geld definitiv wert war. Obwohl ich das vielleicht gar nicht so sagen darf, schließlich habe ich bis heute nicht wirklich zusammengerechnet, wie viel ich insgesamt ausgegeben habe…

Die Städte waren super spannend, aber ich musste feststellen, dass mich die Natur noch mehr gefesselt hat. Ich hoffe sehr, dass ich in den folgenden Jahren die Möglichkeit habe, mehr Zeit in Norwegens Landschaft verbringen zu können.

Ein einheitliches Gefühl kann ich der Reise gar nicht zuordnen, diese Freiheit per Auto selbstständig unterwegs zu sein, einfach nach Belieben von Ort zu Ort reisen zu könne, bleibt aber schon im Gedächtnis. Ich schrieb das bestimmt schon, aber das Schönste war eigentlich gar nicht das in richtig coolen Städten Ankommen, sondern das ständige Aufbrechen. Das Auto immer wieder auf ein Neues voll packen, früh Morgens losfahren mit großen Erwartungen und dem Wissen, dass man noch so viele aufregende Sachen vor sich hat.

Introduction to Product Design

Produktdesign zu studieren schwirrte mir inzwischen schon etwas länger im Kopf herum, die Frage ob es wirklich etwas für mich ist und vor allem ob ich überhaupt halbwegs geeignet dafür bin konnte ich aber nicht beantworten. Deshalb und weil ich mir beim Erstellen einer Mappe etwas schwer tue, schaute ich mich nach passenden Kursen an Universitäten in meiner Umgebung um. Central Saint Martins  in Kings Cross bot mit dem Short Course “Introduction to Product Design” tatsächlich so ziemlich genau das an, was ich suchte.
Ich hatte Glück und meine Hostfamilie war tatsächlich bereit, eine Woche lang ein bisschen auf mich zu verzichten. Jedenfalls trat ich im Dezember den fünftägigen Kurs an und hatte durchaus ein bisschen Angst, dass meine Zeichenskills nicht ausreichend wären. War dann aber nicht so, alles war gut und die Uni gefiel mir auf Anhieb. In den folgenden Tagen wurden die Aufgaben schwieriger und ich mit viel Zeichnen aus meiner Comfortzone getrieben. Überraschend und schön war, wie gemischt die Teilnehmer so waren. Von Menschen direkt aus der Schule über Kunstlehrer die Inspiration suchen bis zu Ingenieuren welche das andere Ende ihrer Arbeit besser verstehen wollen.

In der Woche wurde versucht, einmal im absoluten Schnelldurchlauf den kompletten Prozess – von der Ideenfindung bis zum Modellbauen – der Entstehung eines Produktes durchzugehen. Zeitlich gesehen ist das natürlich extrem knapp, mein Modell wurde am Ende auch nicht ansatzweise fertig, aber man bekam schon einen ganz guten Eindruck. Mir hat das ganze wahnsinnig gut gefallen, mein Kopf war jeden Tag so von Gedanken und Informationen gefüllt, dass ich die komplette Woche kaum schlafen konnte und am Ende gefühlt am Koffeintropf hing.

Falls jetzt die Frage aufgekommen sein sollte, wieso zur Hölle ich plötzlich wieder blogge: Ich vermute, dass das die übliche Prokrastinationsmasche ist, denn guess what, ich sollte eigentlich an Unibewerbungen sitzen.

Bergen

Ich hatte ja schon erzählt, wie wir durch puren Zufall an einen Schlafplatz in Bergen kamen, tatsächlich funktionierte das problemlos und wir kamen in einem ziemlich schönen Haus am Rande Bergens unter, mit toller Aussicht und noch besseren Gastgebern.
Zusätzlich sprang für uns sogar noch eine Führung durch die kleine aber hübsche Stadt dabei heraus und wir hatten das (fragwürdige) Glück in der Woche des Studienbeginns da zu sein, was bedeutete dass sobald der Nachmittag anbrach überall große Gruppen an kostümierten Ersties auftauchten.
Da wir uns aus gesundheitlichen Gründen entschieden haben, etwas früher Heim zu fahren, sahen wir außer der Innenstadt und nicht wirklich viel von der Umgebung. Die Gegend ist aber irgendwie sehr angenehm und mir gefällt dieses mit Seen und Fjorden durchzogene Land sehr, auch wenn es das Reisen per Auto so in die Länge zieht.

Jeder, der in der nächsten Zeit nach Norwegen reist, darf sich übrigens verpflichtet fühlen mir braunen Käse mitzubringen. Konnte mich noch nicht überwinden, £9 für 250g auszugeben.