Nyxie

Paris

(Die geile Eiffelturm-Pose habe ich mir in der National Portrait Gallery von irgendeinem britischen Royal abgeschaut. Wenn schon, denn schon.)

Ich war noch nie in Paris und als mir eine Freundin anbot mit ihr mitzukommen, gab es keinen Grund wieso nicht.  Außer vielleicht der finanzielle Aspekt, aber wenn der Bus nur £45 kostet und die Übernachtung bei Freunden nichts, dann bleibt das tatsächlich recht überschaubar – im Endeffekt kostete mich das Wochenende in Paris keine £100.

Lange Busfahrten war ich nach der Schottlandrundreise vorletztes Jahr schon ganz gut gewohnt und Busse mit Wifi und Steckdosen sind tatsächlich ganz erträglich. Selbst wenn man nachts fährt und trotzdem keine Sekunde Schlaf schafft.

Paris ist lustigerweise  ziemlich so, wie man sich das vorstellt oder eben wie ich mir das vorstellte. An jeder Ecke eine Brasserie oder Boulangerie, die wunderschönen Häuser und die Sehenswürdigkeiten eben so, wie man sie schon hundert Mal in irgendwelchen Medien sah. Es ist seltsam, tatsächlich in einer dieser Städte zu sein, die man vorher schon so gut “kennt”, als wäre es gar nicht real.

Wir kamen gegen acht Uhr morgens in Paris an und ohne Schlaf arbeiteten wir den Großteil der Sehenswürdigkeiten ab. Sacré Cœur, Moulin Rouge, dieses Café in dem Amélie gedreht wurde. Wir spazierten die Champs-Élysées entlang, rannten den Arc de Triomphe hoch, sahen den Eiffelturm. Generell kann man sagen, dass Wege in Paris gefühlt zu 70% aus Treppen bestehen. Egal was man macht, Treppen sind bestimmt involviert. Ist aber okay, schließlich muss der fantastische Käse, das Baguette, die Chausson aux Pommes und Pains au Chocolat irgendwie abtrainiert werden.

Auf Empfehlungen hin ging es am nächsten Tag ins jüdische Marais, das mir noch besser gefiel, als die Viertel in denen ich zuvor war. Kleine Sträßchen, sehr viele unabhängige Geschäfte und gute Falafel. L’As Du Fallafel hatte leider zu (gibt auch bessere Ideen, als Samstags in ein jüdisches Viertel zu gehen), aber Mi-Va-Mi direkt gegenüber war eine ziemlich gute Alternative. Mit drei Kilo Knoblauchsoße und hausgemachter Zitronenlimo dazu kann man durchaus mein Herz gewinnen. Der Antiquitätenmarkt fand Samstags auch nicht statt, dafür der Marché des Enfants Rouges. Gedrängt auf dichtesten Raum findet man dort internationale Essens-Stände, dazwischen viele Tischchen um direkt im bunten Treiben Essen zu können.

Sonntag morgens ging mein Bus auch schon wieder zurück und ich muss sagen super traurig war ich darüber nicht einmal. Paris ist wirklich cool und wenn ich mich mal getraut habe mein Schul-Französisch auszupacken hatte ich auch richtig Spaß an der Sprache. Nachdem ich in London gut fünf Monate nur selten gutes Brot oder anderen Käse als Cheddar zu sehen bekam, war Paris zwar natürlich ein kleines Paradies, aber für mich schlägt die Stadt an der Themse die Stadt an der Seine einfach um Längen.